1. Integration von Kindern mit erhöhten Förderbedarf

Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen ist für uns ein wichtiger Erziehungsschwerpunkt. Alle Kinder werden individuell nach ihren Möglichkeiten gefördert. Kinder mit besonderen Verhaltensweisen sollen sich in der Gruppe angenommen fühlen und speziell gefördert werden.

Die große Altersmischung und die Integrationskinder sind eine besondere Herausforderung den Tages- und Wochenablauf so zu strukturieren, dass gute pädagogische Arbeit gewährleistet wird.

Den Integrationskindern, den Kleinen und der Gesamtgruppe steht jeweils eine feste Bezugsperson zur Verfügung. Weiterhin planen wir spezielle Arbeiten, die in den verschiedenen Kleingruppen durchgeführt werden.

Diese Planung wird alle vier Wochen im Team diskutiert und bei Bedarf geändert.

Die Integration geschieht nach dem Berliner Bildungsprogramm.

2. Körper, Bewegung und Gesundheit

Der emotionale Bereich spielt im Leben der Kinder eine große Rolle. Die Kinder zeigen meist ohne Scheu ihre Gefühle und es ist uns wichtig, dieses zu bewahren. Wir möchten an der Freude der Kinder teilhaben, d.h. sich auch noch über Kleinigkeiten freuen, und diese Begeisterung mit den Kindern teilen können. Es ist stets wichtig, dem Kind aufmerksam zuzuhören. Auch das Gefühl „Wut“ wird im Kitaalltag erlebt. Zunächst ist es erforderlich, die Ursache dafür herauszufinden und je nach Situation positiv darauf einzuwirken (Beruhigen oder dem Kind die Möglichkeit bieten, sich motorisch abzureagieren, z.B. Bewegung an der Luft, kneten, hämmern etc.).  Bei starker Trauer beschäftigt sich eine Erzieherin intensiv mit dem Kind und sollte ihm viel Liebe und Zärtlichkeit geben. Die anderen Kinder können das Trösten unterstützen, indem sie vom Erwachsenen miteinbezogen werden. Die Kinder lernen häufig durch Nachahmung und trösten oft bei „kleinerer Trauer“ ihre Spielgefährten selbstständig. Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir möchten, dass die Kinder ihre Gefühle weiterhin offen zeigen und lernen, damit umzugehen.

Die Kinder lernen durch eigenes Probieren Vorlieben beim Essen herauszufinden. Sie sollen selber entscheiden wie viel und was sie Essen möchten. Sie tun sich das Essen selbst auf, kosten von allem und entscheiden was sie essen möchten. Ein wichtiger Punkt der Erziehung im Kinderladen ist, dass die Kinder motorisch ganzheitlich gefördert werden. Wir stellen Spielmaterial (Geräte und Materialien) für Kinder aller Altersgruppen und Entwicklungsstände zur Verfügung (Drei-, Lauf- und Fahrräder etc.). Die Feinmotorik wird durch Puzzeln, Falten, Schneiden etc. gefördert. Es ist wichtig, dass die Kinder dem Wetter entsprechend angezogen sind, damit wir auch bei jedem Wetter rausgehen können. Die Räumlichkeiten werden durch die fast ständige Nutzung des Gartens erweitert, so dass die Kinder viel Platz zum Spielen und Toben haben. Sollte dies durch anhaltenden Regen einmal nicht möglich sein, so machen wir in den gelüfteten Räumen Spiele (Tanzen, Springen, Toben), bei denen sich die Kinder körperlich betätigen können. In der Einrichtung sollen alle Kinder die Möglichkeit haben, sich jederzeit nach individuellem Bedarf körperlich zu betätigen (Freispiel und Bewegung), da zu wenig Bewegung oft die Ursache für seelische und körperliche Beschwerden ist (Aggressionen, Unlust, Abwehrschwäche gegen Erkältungskrankheiten).

Mit der Sexualität wollen wir offen umgehen, d.h. sich auch mit den Kindern beim Turnen umziehen oder beim Schwimmbadbesuch duschen. Es soll den Kindern möglich sein, „Doktorspiele“ durchzuführen. Dabei ist es wichtig, dass die Erziehrinnen auf Gefahren hinweisen und die Kinder im Auge behalten, damit sie sich nicht wehtun. Bei Fragen der Kinder soll der Erwachsene offen und ehrlich antworten. Die Erklärungen sollen dem Alter der Kinder angepasst sein. Oft zeigen die Kinder ihre Sympathie durch Zärtlichkeit und Liebe (Streicheln, Küsschen), worüber sich der Erwachsene mit den Kindern freuen kann.

3. Soziale und kulturelle Umwelt

Die Kita ist nach der Familie die nächste Gruppe, in der das Kind soziale Kontakte und Beziehungen eingeht. Die Erzieher führen individuelle Gespräche mit Kindern und Eltern zu unterschiedlichen Themen: z.B. zu besonderen und kulturellen Ereignissen in der Familie, Gewohnheiten, Feste und Bräuche, Gemeinsamkeiten und Unterschiede (was ist in meiner Familie und in der Kita gleich und was anders). Die Kita bietet dem Kind die Möglichkeit, ganz neue Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen. Die Erziehrinnen und Erwachsenen helfen den Kindern, sich in der Gruppe zurechtzufinden. Die Kinder üben Rücksichtnahme und werden dazu angehalten, den Kleineren bzw. sich gegenseitig zu helfen.

4. Kommunikation, Sprachen, Schriftkultur und Medien

In der Kita lernen die Kinder, eigene Bedürfnisse, Interessen und Gefühle verbal auszudrücken. Die Erzieher, Eltern und Kinder versuchen gemeinsam durch Gespräche, Beobachten und Zuhören, den persönlichen, sprachlichen Entwicklungsstand zu entdecken und darauf aufbauend positiv einzuwirken durch z.B. Tischverse, Namensspiele, Handpuppen, Reime, Lieder, regelmäßiges Vorlesen, etc. Altersspezifische Neugier an Buchstaben und Namen werden im Alltag von den Erzieherinnen aufgegriffen und vertieft. Z.B. das Kind möchte den eigenen oder anderen Namen oder Buchstaben schreiben lernen, sich in dem Kitaalltag mit verschiedenen Medien, z.B. Kassettenrekorder, CDs, Fotos, Bilderbüchern, Zeitschriften auseinandersetzen.

5. Bildnerisches Gestalten

Die kreative Erziehung spielt gerade heute, wo Kinder häufig fertiges Spielmaterial (Barbie) erhalten, eine große Rolle. Wir möchten den Kindern die Möglichkeit geben, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Die Spontaneität und Fantasie der Kinder fördern wir, indem wir ihnen Zeit, Raum und vielfältiges Material zur Verfügung stellen. Wir schaffen mit verschiedenen Materialien (Blätter, Holz, Sand etc.) eine abwechslungsreiche Umgebung und legen kostenloses Material (Schachteln, Korken, Wolle) bereit, was in der Freispielzeit von den Kindern genutzt werden kann. Die Erzieherinnen unterstützen die Kinder beim Umsetzen ihrer Ideen durch Vorschläge. Das Interesse an der Natur soll geweckt werden. Wir beobachten Pflanzen und Tiere im Garten und auf Spaziergängen. Die Kinder sollen auf verschiedene Pflanzen aufmerksam gemacht werden, sie genau betrachten und ihre Namen kennen lernen. Den Kindern soll die Schönheit der Natur bewusst werden, damit sie sich ihr gegenüber verantwortungsbewusst verhalten.

6. Musik

„Es gibt Bereiche der Seele, die nur durch Musik beleuchtet werden“

(Zoltán Kodály)

Die Kinder haben ein natürliches Interesse an, Musik und Rhythmik. Wir wollen dieses Interesse wecken und fördern durch eine Vielzahl von rhythmischen Spielen, Tänzen und Liedern. Wir bieten den Kindern die Möglichkeit zum rhythmisch-musikalischen Experimentieren und Erleben. Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit, auch selbst Instrumente aus kostenlosem Material herzustellen, z.B. Klangstäbe, Rassel.

7. Mathematische Grunderfahrungen

„Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik geschrieben“

(Galileo Galilei)

Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, viel über ihre Umgebung zu erfahren. Dazu machen wir verschiedene Experimente mit Zählen, Messen und Rechnen (z.B. wie viele Augen, Ohren und Beine der Mensch hat) zu den Themen Menschen, Tieren, Pflanzen und Erde. So fasziniert die Kinder immer wieder, wie aus einer Raupe ein Schmetterling oder aus Korn später Brot wird. Auf Spaziergängen erleben die Kinder auch schon Verkehrserziehung, d.h. sie erfahren praktisch, wie sie sich auf der Straße verhalten sollen (konzentriert die Straße beobachten und dann erst überqueren). Wir möchten ihnen durch die verschiedensten Projekte die Gelegenheit bieten, Fragen zu entwickeln und eigene Antworten zu finden.

8. Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Die Kinder haben ein natürliches Interesse an der Natur. Sie erschließen sie mit all ihren Sinnen und bauen darauf ihre ersten naturwissenschaftlichen Erfahrung auf, erleben die Grundelemente Erde, Wasser Feuer und Luft in den unterschiedlichsten Experimenten, z.B. Projektarbeiten

  • Licht- und Schattenspiele (Taschenlampe, Spiegel)
  • Wasserexperimente (Gläser mit Wasser füllen/umfüllen)
  • Kimspiele, Tasten, Schmecken, Riechen
  • Gesätes und Gepflanztes in ihrer Wachstumsentwicklung beobachten, z.B. Kresse und Blumen
  • Kleine Experimente mit Feuer, z.B. Umgang mit Kerzen an Geburtstagen und zur Weihnachtszeit (Kerzenwachstropfen oder Glas über brennende Kerzen stülpen,

(was passiert? warum?)

9. Übergang von der Kita in die Grundschule

Den Übergang vom Kindergartenkind zum Schulkind erlebt ein Kind normalerweise als wichtige Änderung seines Status (es ist jetzt größer und nähert sich der Erwachsenenwelt). Es will dort Lesen, Rechnen und Schreiben lernen. Der Kinderladen möchte die Neugier und Lernbereitschaft sowie die Vorfreude auf die Schule unterstützen. Die Kinder stärken, indem die Erziehrinnen ihnen zeigen, wie sie mit Unsicherheiten und Ängsten umgehen können, z.B. durch Gespräche und Bilderbücher zu diesem Thema und dem Besuch der Schule.